Soziale Verteidigung – Revisited
Wie nach der Abstimmung zu hören war, war das Ergebnis zum neuen Zivildienstge-
setz kein Statement gegen den Zivildienst, sondern Ausdruck der Sorge der Stimmbe-
völkerung über die aktuelle sicherheitspolitische Lage. Diese Sorge läuft auf die Müh-
len des Militärs, weil es in der öffentlichen Debatte an Vorstellungen darüber mangelt,
welche Alternativen es zur gewaltsamen Gegenwehr der Armee gibt. Nicht Nostalgie,
sondern die Einseitigkeit der öffentlichen Debatte legt es deshalb nahe, ein Buch einer
Re-Lektüre zu unterziehen, das vor genau 50 Jahren in der Schriftenreihe des Schweize-
rischen Friedensrates erschien. Das Bändchen «Soziale Verteidigung» fasst die Überle-
gungen zusammen, die eine 12-köpfige Arbeitsgruppe über «Alternativen zur militäri-
schen Verteidigung der Schweiz» angestellt hatte. Sie geben Anlass, auf die Entwicklung
von Konzepten der gewaltlosen Verteidigung einzugehen und diese neu zu betrachten.